Pro Patient ist pro Tag eine Besuchsperson für eine Stunde gestattet (Mo - Sa zwischen 15 und 18 Uhr, sonn- und feiertags zwischen 10 und 18 Uhr).
Die Experten des ZOT beantworten die häufigsten Fragen rund um das Thema künstliche Gelenke. Denn: „Ein informierter Patient ist auch der glücklichere, denn er weiß, was ihn erwartet!“
Kann ich mich mit einem künstlichen Gelenk wieder bewegen wie vor der Erkrankung?
Beim künstlichen Hüftgelenk ist eine hohe Zufriedenheit leichter und schneller erreicht als beim Knie: Während die Zufriedenheit von Patienten mit Hüftgelenk-TEP bei 95 % liegt, beträgt sie bei Patienten mit Knie-TEP etwa 80 bis 85 %.
Um falschen Erwartungen vorweg zu greifen: Volle Beweglichkeit und Belastbarkeit kann mit einer Endoprothese nie komplett wiederhergestellt werden. Eine Prothese bleibt ein Ersatz – allerdings für ein Gelenk, das zuvor Beschwerden bereitet hat.
Zementiert oder zementfrei? Welche Prothese ist die richtige für mich?
Wann immer es möglich ist verwenden wir die einwachsende (zementfreie) Prothese. Hierbei wird das Implantat so in den Knochen eingebracht, dass es sich im Inneren des Knochens verkeilt.
Wenn die Knochenstruktur oder -qualität nicht mehr so stabil ist, wie nötig, werden die einzelnen Implantatkomponenten in den Knochen einzementiert.
Allgemein kann man sagen, dass für Hüftendoprothesen die zementfreie Variante geeigneter ist, während Knieendoprothesen häufig einzementiert werden.
Wie viele Jahre hält ein künstliches Gelenk?
Wie gut der Patient später mit dem Gelenkersatz zurechtkommt, hängt von der OP-Qualität ab, aber auch davon, wie fit jemand vor dem Eingriff gewesen ist und wie stark das Gelenk bereits beschädigt war.
Moderne Gelenkprothesen werden so konzipiert, dass sie viele Jahre oder sogar Jahrzehnte halten können. Bei Hüftendoprothesen spricht man im Mittel von rund 20 Jahren, bis Lockerung oder Verschleiß einen operativen Prothesenwechsel erforderlich machen. Bei Knieendoprothesen sind es ca. 15 Jahre.
Wann kann ich nach der Operation wieder laufen?
Unabhängig vom Prothesentyp werden Sie gleich nach der Operation an die Vollbelastung herangeführt: Sie können und sollten schon wenige Stunden nach der Operation aufstehen und Ihre ersten Schritte machen.
Sie erlernen in den ersten Tagen nach der Operation mithilfe unserer Physiotherapeutinnen und -therapeuten das Gehen mit 2 Stützkrücken. Diese Gehhilfe werden Sie in den ersten 6 Wochen nach der Operation benötigen.
Die anschließende Reha nach dem Einsetzen einer Hüftprothese dauert in der Regel etwa 3 Wochen. Danach ist zwar noch nicht das Endergebnis erreicht, jedoch sind Sie in der Regel bereits wieder sicher und schmerzarm mobil. Von einer vollständigen innerlichen Heilung kann man nach 3 bis 6 Monaten sprechen.
Die Erfahrung der Chirurgin bzw. des Chirurgen ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg einer Gelenkersatzoperation. Laut einer aktuellen Studie ist die Komplikationsrate geringer, wenn sowohl in der Klinik als auch vom Operateur selbst mehr als 50 Operationen pro Jahr durchgeführt werden. Die Gründe:
Erfahrene Chirurgen sind besser in der Lage, mögliche Komplikationen während der Operation zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren.
Die Platzierung eines Gelenkimplantats erfordert präzise chirurgische Techniken. Ein erfahrener Chirurg verfügt über das nötige Feingefühl und die Fähigkeiten, um das Implantat optimal zu positionieren und eine gute Funktion sowie Haltbarkeit sicherzustellen.
Jeder Patient ist einzigartig, und eine erfolgreiche Gelenkersatzoperation erfordert eine individuelle Anpassung an die anatomischen Besonderheiten des Patienten. Erfahrene Chirurgen können diese Anpassungen besser vornehmen, um optimale Ergebnisse zu erzielen.
Im Limburger ZOT werden jährlich mehr als 1750 Operationen an den Gelenken durchgeführt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden regelmäßig in den neuesten Operationsverfahren geschult. Dennoch: „Jeder Patient ist einzigartig! Sei es hinsichtlich der Anatomie, der Form der Arthrose, der knöchernen Voraussetzungen oder der persönlichen Erwartungen. Gemeinsam mit dem Patienten erarbeiten wir für ihn die beste und sicherste Lösung,“ sagt Dr. Stefan Roland.
Wie lange halten die Schmerzen nach dem Gelenkersatz an?
Eine Hüftprothesenimplantation verursacht meist nur mäßige postoperative Schmerzen. Das Team des Akutschmerzdienstes hält ein vielseitiges Repertoire hochwirksamer Behandlungsmethoden bereit, mit dem sie postoperative Schmerzen schnell und effizient behandeln.
Gewisse Schmerzen beim Analufen können im Nachgang gelegentlich mehrere Wochen bestehen, verschwinden in der Regel aber vollständig.
Wann darf ich wieder selbst Autofahren?
Grundsätzlich gilt: Patienten dürfen nach der Implantation einer Endoprothese erst dann wieder Auto fahren, wenn sie zuverlässig und reaktionsschnell die Bremse betätigen können. Dies ist ca. nach 8 Wochen wieder gewährleistet, kann aber von Fall zu Fall variieren.
Wie oft ist eine Kontrolle notwendig?
Ca. 12 Wochen nach der Operation erfolgt die Abschlussuntersuchung. Anschließend sollten Sie einmal jährlich zur Kontrolluntersuchung gehen.
Bei auftretenden Schmerzen oder Veränderungen sollten Sie allerdings nicht auf Ihren nächsten Termin warten, sondern zeitnah Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren behandelnden Arzt kontaktieren.
Im VincenzBlog lesen Sie regelmäßig spannende Beiträge rund um den Klinikalltag, Krankheitsbilder, moderne Behandlungsmöglichkeite, Prävention, aktuelle Gesundheitsthemen und spannende Einblicke in die verschiedenen Berufsbilder der Krankenhausgesellschaft.
Was macht eine Operationstechnische Assistenz? Wie bereite ich mich auf eine OP vor? Gelenkerhalt oder Gelenkersatz? Was ist die PECH-Regel? Ist ein Trampolin gefährlich für Kinder? All das und mehr beantworten unsere Expertinnen und Experten im VincenzBlog!
Zum VincenzBlog
Sekretariat Zentrum für Orthopädie und Traumatologie
06431 292-4421
zot@st-vincenz.de
ZOT Ambulanz
06431 292-5115
Sekretariat Zentrum für Orthopädie und Traumatologie (ZOT)
06431-292 4421