Umbau- und Sanierungsmaßnahmen am Gesundheitszentrum St. Anna abgeschlossen

Nach drei Jahren Bauzeit stehen die umfangreichen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen am Gesundheitszentrum St. Anna in Hadamar kurz vor dem Abschluss. Rund 3,5 Mio. Euro hat die St. Anna Stiftung in dieses Projekt zur nachhaltigen Sicherung „ihres Anna-Hauses“ investiert: „Ein klares Bekenntnis für den Standort Hadamar,“ stellte Michael Ruoff, Vorsitzender der Stiftung und Hadamarer Bürgermeister, jetzt im Rahmen der Feierlichkeiten zum Abschluss der Baumaßnahmen fest. „Und ein wichtiger Meilenstein, um die ambulante Versorgung vor der Haustür auch zukünftig garantieren zu können.“

Knapp 200 Jahre nach Gründung der St. Anna-Stiftung werde durch Maßnahmen wie diese der Stifterwille Franz Genslers in die Gegenwart übersetzt und weiterentwickelt, zeigte Ruoff die lange Geschichte des Hauses auf. Großen Wert legte er dabei darauf, dass dieses Engagement für das Gemeinwohl aus eigener Kraft und ohne die Verwendung von Steuergeldern erfolge. Ermöglicht werde eine solche Investition in Millionenhöhe durch die sehr enge Zusammenarbeit der Stiftung mit der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz: „Wir setzen hier einen politischen Auftrag um – ganz ohne Erhöhung Kreisumlage,“ betonte der Stiftungsvorsitzende nicht ohne Stolz. „Dies ist das Ergebnis einer lebendigen Verbindung der Verantwortlichen von Stiftung und Krankenhausgesellschaft St. Vincenz.“

Eine konstruktive und bereichernde Verbindung, bekräftigte auch Guido Wernert, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft. Als Pächterin des Gebäudes bewirtschaftet die Gesellschaft das Gesundheitszentrum, stellt beispielsweise die Infrastruktur bereit und stellt darüber hinaus jährlich einen hohen sechsstelligen Zuschuss zur Sicherstellung der ambulanten Angebote vor Ort bereit. In der aktuellen deutschen Finanzierungspolitik im Gesundheitswesen und gänzlich ohne Steuermittel sie dies keine Selbstverständlichkeit, stellte Wernert klar.

„Unsere Vision war es, direkt vor der Haustür einen Ort mit einem abgestimmten Angebot an medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Leistung zu etablieren,“ so der Geschäftsführer. „Das ist uns mit dem Gesundheitszentrum gelungen: Seit 2008 werden hier verschiedene Angebote konzentriert und kontinuierlich erweitert und im engen Austausch mit den stationären Leistungen, die die Krankenhausgesellschaft anbietet, sinnvoll verzahnt.“

Umbau im laufenden Betrieb

Das aktuelle Bau- und Sanierungsprojekt im Gesundheitszentrum umfasst umfangreiche Maßnahmen im Bereich Brandschutz, Lüftungsanlagen und weiterer energetischer Sanierungen. „14 Umbaueinheiten, 1,5km neu verlegte bzw. angeschlossene Leitungen, 1.400qm erneuerte Decke, 400qm neuer Bodenbelag, eine Reduktion von 220 Brandschutzklappen auf 115,“ nannte Architekt Dimitris Michalakelis nur einige Fakten aus knapp drei Jahren Bauzeit. Die größte Herausforderung sei es dabei gewesen, diese Maßnahmen im laufenden Betrieb durchzuführen, um die Versorgungssicherheit kontinuierlich zu gewährleisten. Im konstruktiven Dialog mit den Betreibern der Praxen sowie den sonstigen Mietern seien die einzelnen Maßnahmen individuell abgestimmt worden, um die Sanierung so unkompliziert wie möglich zu gestalten. „Doch Lärm, Staub, geänderte Wegeführungen und weitere Einschränkungen, die so ein Umbau mit sich bringt, lassen sich letztendlich nicht vermeiden,“ erklärte Michalakelis und dankte, wie zuvor auch Ruoff und Wernert, allen Beteiligten für ihr Verständnis und ihre Mitarbeit.

Einige letzte Feinheiten werden aktuell noch abgeschlossen. Auch das Hospiz ANAVENA, das während der Sanierungsphase in ein Ausweichquartier ziehen musste, nutzt diese Zeit, um seine Räumlichkeiten zu renovieren. So müssen noch diverse Maler- und Tischlerarbeiten durchgeführt werden, bevor die Bewohner nach Hadamar zurückkehren können. Dafür gab es Unterstützung durch die Friedrich Dessauer-Schule Limburg. Schulleitung, Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler haben ehrenamtlich Wände gestrichen, Türen lackiert, Boden verlegt und diverse Schreinerarbeiten durchgeführt. Außerdem haben sich Mitarbeitende aus dem Haupt- und Ehrenamt sowie deren Freunde und Familien in ihrer Freizeit engagiert.

„Initialzünder“ für ambulante Ideen

Mit Rückzug des Hospizes ist das St. Anna Haus im Mai wieder komplett: „Ein Ort der Heilung, Pflege, des Lernens, aber auch der Spiritualität, der Religion und des würdevollen Abschiednehmens,“ beschrieb Ruoff den Charakter des Hauses. Neben Räumlichkeiten, die von der Caritas Akademie und Sozialstation, therapeutischen Einrichtungen und Facharztpraxen gemietet werden, betreibt die Krankenhausgesellschaft St. Vincenz hier fünf MVZ Praxen. „In Hadamar wurde die Idee geboren, MVZ Praxen zu etablieren“, erklärte Wernert die ambulante Idee. „So wollen wir nicht nur eine nahtlose Integration von ambulanter und stationärer Versorgung sicherstellen und die Qualität der Patientenbetreuung maximieren, sondern auch den Herausforderungen bei Praxisnachfolgen entgegenwirken.“ 19 MVZ Praxen an insgesamt sieben Standorten betreibt die Krankenhausgesellschaft inzwischen.

So ist über die Jahre ein starkes Netzwerk entstanden – in Kooperation mit den Krankenhäusern und MVZ Praxen in Limburg, Diez, Dierdorf und Selters auch weit über die Landkreisgrenzen hinaus. Keine Selbstverständlichkeit, aber dringend notwendig, denn: „Nur durch solch ein differenziertes Netzwerk und die engagierten Menschen dahinter, kann es auch künftig funktionieren, eine umfassende und spezialisierte medizinisch-pflegerische Versorgung für die Bevölkerung im ländlichen Raum zu garantieren.“

Wichtiger Meilenstein, doch kontinuierliches Engagement nötig

„St. Anna ist ein gelungenes Zukunftsprojekt für Mensch und Gesundheit auf dem Land,“ fasste Bürgermeister Ruoff zusammen. Mit dem Abschluss des Umbauprojekts sei ein wichtiger Meilenstein erreicht, doch gerade vor dem Hintergrund der gesundheits-politischen Lage und der demographischen Entwicklung seien auch weiterhin Anstrengungen nötig, um spezialisierte Angebote direkt vor der Haustür betreiben zu können. „Es ist Einsatz gefragt, um auch noch die nächsten 200 Jahre den Willen unseres Stifters umzusetzen,“ sagte Ruoff, „doch mit einem starken Partner im Rücken, einem verlässlichen Netzwerk und nicht zuletzt einem engagierten Team sehe ich dem zuversichtlich entgegen."

Über die St. Anna Stiftung

Die Sankt Anna Stiftung Hadamar, im Jahr 1829 aus dem Geiste christlicher Nächstenliebe gegründet, setzt sich als gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts für die regionale Gesundheitsförderung ein. Besonders konzentriert sich die Stiftung auf Initiativen für das Gesundheitszentrum St. Anna in Hadamar. Gemeinsam mit der Stiftung St. Vincenz-Hospital ist sie Gesellschafterin der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH.